"Nicht österreichische Norm"

Politik | JULIA ORTNER | aus FALTER 29/03 vom 16.07.2003

RASSISMUS. Sie sind Österreicher und leben im Gemeindebau. Zuwanderer wie die Singhs bleiben im Bau für manche immer "die Scheißausländer" - ohne Antidiskriminierungsgesetz sind sie dem Alltagsrassismus ausgeliefert. 

Die Mutter fährt den ganzen Tag Taxi, abends kocht und putzt sie. Der Vater hackelt nachts im Lager, tagsüber beim Pizzaservice. Der Bub geht brav in die Schule, kickt beim FK White Star und schwärmt für Rapid. Am Sonntag gehen sie in ihre Kirche. Eine Bilderbuchfamilie, die Leute von der Stiege 6. Blöd nur, dass sie Singh heißen, aus Indien kommen und Sikhs sind. Sie essen kein Schnitzel, sondern kochen Gemüse-Curry. Die Männer tragen einen Turban. Einen dicken Dackel haben die Singhs auch nicht. So fällt man auf im Brigittenauer Gemeindebau.

  Das weiß Familie Singh spätestens, seitdem sie diesen seltsamen Brief bekommen hat. "Es liegen Beschwerden bezüglich Verwahrlosung ihrer Wohnung vor (Ungeziefer etc.), weswegen Sie uns einen Termin bekannt geben mögen,


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