ANTIDISKRIMINIERUNGSGESETZ: Im Land des Inländertaxis

Politik | aus FALTER 29/03 vom 16.07.2003

Die Frau mit Kopftuch bewirbt sich als Putzfrau. Den Job bekommt die Türkin nicht, weil in dieser Wiener Firma Arbeiten mit Kopftuch "nicht möglich" ist. Die dunkelhäutige Pharmazeutin kommt in die Apotheke und bewirbt sich um den freien Praktikumsplatz. Leider ist der schon vergeben, am nächsten Tag steht das Jobinserat aber wieder in der Zeitung. Der Sikh, ein ehemaliger Busfahrer aus London, will für die Wiener Linien fahren. Sein Turban verträgt sich nicht mit den rigiden Dienstkleidungsvorschriften. Das "Inländertaxi", die Wohnung "nur für Inländer", Discos "nur für Österreicher" - dass Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe oder Staatsbürgerschaft diskriminiert werden, ist in Österreich nach wie vor üblich.

  Auch weil es noch immer kein eigenes Gesetz gibt, das diskriminierendes Verhalten mit strengen Strafen belegt. Und bei vielen das Bewusstsein fehlt, dass Diskriminierung kein Kavaliersdelikt ist. Ein Zustand, den die Europäische Union beenden will: Am 19. Juli läuft

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