Dem schweigenden Bürger

Politik | FERDINAND LACINA | aus FALTER 29/03 vom 16.07.2003

POLITISCHES BUCH- Heinrich Treichl, langjähriger Generaldirektor der Creditanstalt, veröffentlichte seine Memoiren - und rechnet darin mit Sozialdemokraten ab. 

Heinrich Treichl, viele Jahre Generaldirektor der Creditanstalt, erinnert sich an "Fast ein Jahrhundert". Ein "Liberaler im klassischen Sinn" (Selbsteinschätzung) schreibt sich Nostalgie nach einer Gesellschaft, gemischt mit Nachrichten aus Finanz, Wirtschaft und Politik, als "Stück Psychohygiene" von der Seele. Der Leser wird schon im ersten Satz in den Salon des Justizministers Julius Freiherr von Glaser eingeführt, denn just dort haben sich die Eltern Heinrich Treichls kennen gelernt. Und diese Umgebung verlässt der Autor nicht so bald. Da wimmelt es von Berühmten (Männern) und Schönen (Frauen), einmal ist eine Frau "berühmt schön", dafür "aber nicht besonders gescheit". Der Autor bemerkt vorbeugend, dass er sich dem Vorwurf des "name dropping" aussetzt, dem er mit der Buntheit des Bildes der beschriebenen Gesellschaft


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