KUNST KURZ

Kultur | aus FALTER 29/03 vom 16.07.2003

Die Perspektive wollten sie loswerden, genauso Ausdruck, Spuren manueller Fertigung oder gar einer Handschrift: Anfang der Sechzigerjahre wandte sich die minimalistische Malerei gegen traditionelle Mittel der Bildkomposition. Für seine aktuelle Ausstellung in der Galerie Grita Insam (bis 26.7.) greift der Wiener Künstler Stefan Sandner auf die "shaped canvases" der rigorosen Selbstbeschränker zurück. Die gebogenen Leinwände eines Frank Stella oder Ellsworth Kelly versieht Sandner so mit Farbe, dass seine großen Tableaus wie Logos aussehen. Auf den Bedeutungswandel von gereinigter Kunst zu Corporate Design spielt auch der Ausstellungstitel "Puma" an. Wie sich die Suche nach einem künstlerischen Programm zu dem gegenwärtigen "anything goes" in der Malerei verhält, ist nur eine der Fragen, die Sandner mit seinen konzeptuellen Arbeiten aufwirft.

  Auch in der netten, alternativen Souterraingalerie dreizehnzwei schmiegt sich eine Arbeit logoartig an die Wand: Mit einem Stück Teppich erzeugt Nora Stalzer raffiniert einen Raum im Raum. Für die Schau "superflat" (bis 26.7.) hat dreizehnzwei-Betreiber David Komary Künstler eingeladen, die sich - von der Malerei her kommend - mit Zwei- und Dreidimensionalität beschäftigen. So nimmt Martina Steckholzer Videostills von Ausstellungsarchitekturen zum Ausgangspunkt ihrer Bilder: Die Gemäldeserie "Museum: 11-13" zeigt die stilisierte Drehtür des Mumok. Auf einem Bildschirm läuft "accelerated lines" von Manuel Knapp, der mithilfe eines 3-D-Programms in ein fast textil wirkendes Gewebe aus scharfen und verschwommenen Linien führt.


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