Der große Unterschied

Stadtleben | KLAUS STIMEDER | aus FALTER 29/03 vom 16.07.2003

ERINNERUNGSKULTUR. An einem Haus im zweiten Bezirk erinnert seit kurzem eine privat gesponserte Gedenktafel an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus: ehemalige Bewohner des Hauses. 

Es gibt sie noch in dieser Stadt. Jene kleinen Dinge, die plötzlich den großen Unterschied machen. Die Rembrandtstraße im zweiten Bezirk zeichnete sich bis vor kurzem einzig durch eines aus: ihre absolute Unauffälligkeit. Eine Straße wie Tausende andere auch. Die 1875 nach dem niederländischen Maler benannte Durchzugsstraße, die den Augarten über den Donaukanal hinweg mit dem neunten Bezirk verbindet, beherbergt eine Melange, wie sie in Wien in nahezu allen Bezirken einmal vorkommt. Ein paar Dutzend graue Häuser, eine Hand voll leicht bis ziemlich heruntergekommener Vorstadtcafés, ein als Swingertreff getarntes Bordell, eine Autoreparaturwerkstätte.

  Auch das Haus Rembrandtstraße 33 fiele schnell in die Kategorie "keine besonderen Merkmale" - wäre da nicht der kleine Unterschied, der sich


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