Auf den letzten Drücker

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 29/03 vom 16.07.2003

REISEN. Wer jetzt noch nicht den Urlaub gebucht hat, hat trotzdem gute Chancen.

Mittwochs kommt immer ein Mail von der AUA: Wer sich schnell entscheidet, fliegt am folgenden Wochenende wirklich günstig in eine europäische Stadt. Nach Rom, Helsinki oder Amsterdam um wenig mehr als hundert Euro - wer lange überlegt, hat das "Magic Price"-Reiseschnäppchen auch schon wieder verpasst. Die großen Fluglinien müssen offenbar auf die veränderten Reisegepflogenheiten reagieren, denn immer weniger Urlauber buchen Monate im Voraus, sondern entscheiden sich kurzfristig und sparen beim Restplatzurlauben. Nicht nur Städteflüge gibts für Kurzentschlossene, sondern auch den kompletten Urlaubstrip mit Flug, Hotel und sogar Mietwagen.

In den Restplatzbörsen stehen die Leute Schlange, und die Reiseveranstalter versuchen ihre Charterflieger und reservierten Hotelbetten diesen Sommer noch voll zu bekommen, nachdem (wirtschafts-)krisenbedingt die Saison schleppend anlief. Im Prinzip sind noch alle Destinationen zu haben.

Wer sich für 450 Euro eine Woche in ein Appartement in Portugal, oder um hundert Euro weniger sieben Tage lang an den Ballermann begeben möchte, muss noch nicht mal in einem stickigen Restplatzreisebüro Schlange stehen - das kommt dann ohnehin spätestens beim Einchecken -, sondern kann auch übers Internet buchen. Bei der Restplatzbörse hilft dann sogar im Last-Minute-Travelchat eine freundliche Nathalie online weiter.

Interessant ist, dass mittlerweile auch die Bahn ihre Kunden günstig verreisen lässt, was ökobilanztechnisch beruhigend ist. Alternativ zum Billigflieger bieten die ÖBB Deutschland- und Italienziele für 29 Euro an. Zumindest gibts ein gewisses Billigkontingent. Allerdings müssen Reisende da ein bisschen Zeit mitbringen. Und Ausdauer.


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