"Habe Recht auf Paranoia"

Politik | GERALD JOHN und NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 30/03 vom 23.07.2003

KULTUSGEMEINDE. Ariel Muzicant, Präsident der jüdischen Gemeinde, über das Einlenken der Regierung, den Gebrauch der Antisemitismuskeule, Verräter in den eigenen Reihen und seine Solidarität zu Israel. 

In den vergangenen Monaten kam Ariel Muzicant stets einigermaßen angespeist von Terminen mit Ministern. Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wiens (IKG) forderte von der Regierung eine jährliche Subvention in der Höhe von 2,7 Millionen Euro für das Überleben seiner Religionsgemeinschaft, doch Kanzler Wolfgang Schüssel, Bildungsministerin Elisabeth Gehrer & Co zeigten ihm bislang die kalte Schulter. Aus Geldnot kündigte Muzicant erste Entlassungen und Schließungen von Einrichtungen seiner Gemeinde an. Während sich der IKG-Chef mit den Ländern auf eine Entschädigung von 18,2 Millionen Euro für seine im Dritten Reich völlig zerstörte Gemeinde geeinigt hatte, schienen die Chancen auf einen Kompromiss mit der Regierung gering. Der IKG-Chef ist mit dem Kanzler übers


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