FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 30/03 vom 23.07.2003

Der Prolo und sein Leben sind ja ein beliebtes Serienthema. Die Wiener haben ihren Mundl Sackbauer, den sie noch bei der hundertsten Wiederholung total lustig finden ("mei Bier is net teppat!"), die New Yorker haben ihren "King of Queens" (ATV+, Sa 17.25 Uhr) als Vorzeigeprolo. Der wohlbeleibte Paketbote Dough, um die dreißig, aber spießig wie fünfzig, lebt da ganz glücklich in seiner Welt zwischen dem nicht ganz geschmackssicheren Haus im kleinbürgerlichen Queens, der Pizzeria ums Eck und dem allabendlichen Fernsehglotzen. Gattin Carrie, hübsch, aber etwas gewöhnlich, macht "Karriere" als Sekretärin in einer großen Firma und stürzt dauernd über Doughs tumben Hobbys ab, denen er mit seinen beschränkten Freunden nachgeht. Im Keller des jungen Ehepaars lebt Carries schrulliger Vater Arthur, ein herrlicher alter Ungustl, der sich ständig bei den Kindern einmischt. Trotzdem oder gerade deswegen: Die Serie ist lustig. Hier wird endlich mal das unpratentiöse Leben der New Yorker gezeigt, die in "Sex and the City" nicht mal durchs Bild laufen dürften, weil sie so unschick sind. Keine Manolo Blahniks, dafür fette Hamburger, kleine Ehestreitigkeiten, banale Geldsorgen - nicht viel anders als in Favoriten.


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