Kommentar - Albertina: Mit dem Jaguar ins Tröpferlbad

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 30/03 vom 23.07.2003

Österreichische Museumsdirektoren posieren in ihrer karg bemessenen Freizeit gerne als Models für Anzeigen von Versicherungen. Selbstverständlich wird dabei höchstes Niveau gewahrt - dafür sorgen schon die Werbetexter. "Vor mir die Kunst, Spiegel des Ewigen", stand etwa unter dem Sujet, das den Direktor des Kunsthistorischen Museums, Wilfried Seipel, neben einer Mumie zeigte. Das war noch bevor aus dem Kunsthistorischen ein Spieglein des Ewigen in Form eines Salzfässchens, pardon: einer Saliera, entwendet wurde. "Vor mir die Kunst, Großes noch größer zu machen", stand unter dem Bildnis von Klaus Albrecht Schröder. Das war noch bevor der Albertina-Direktor geplante Ausstellungen absagen und Personal entlassen musste. Nach der Schau "Raffael bis Goya - Meisterwerke der Albertina", die derzeit eigentlich zu sehen sein sollte, aber bereits im Frühjahr abgesagt worden war, hat Schröder nun auch die für Anfang nächsten Jahres geplante Ausstellung "Paul Klee und seine Zeit" gecancelt


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