OHREN AUF! Durstige Ohren

Kultur | ANDREAS FELLINGER | aus FALTER 30/03 vom 23.07.2003

Feinstes Schmalz für durstige Ohren verabreicht seit dem Jahr 2000 das New Yorker Label Thirsty Ear (neuer Vertrieb: Ixthuluh) in "The Blue Series". Firmenchef Peter Gordon verpackt die avancierte Fülle in die blaue Hülle. Ein glatter Marketingschmäh, hätte Gordon nicht im Pianisten Matthew Shipp einen künstlerischen Kurator gefunden, der den (Free-) Jazz nicht hermetisch nach außen abriegelt, sondern auch mit Leuten wie Henry Rollins und Alan Vega an einem Strang zieht.

Einen Überblick auf die blaue Periode verschafft der "Blue Series. Essentials"-Sampler mit Kostproben der bisherigen zwölf Guzzis. Greifen wir wahllos jenes des Saxophonisten Tim Berne heraus, der nach acht Jahren Pause wieder ein herrlich komplexes Album namens "The Shell Game" vorlegt. Wobei Komplexität bei Berne immer die harmonische, melodische und rhythmische Meisterschaft ohne Einbußen in Sachen Geradlinigkeit meint. Berne verändert die Antriebsgeschwindigkeit nach Belieben, verschärft das Tempo oder zieht


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