STREIFENWEISE

Kultur | McKECHNEAY / NÜCHTERN | aus FALTER 30/03 vom 23.07.2003

Eine hochsommerliche Seglerkomödie, könnte man meinen. Doch halt, Irrtum, "Brennen im Wind" ("Brucio nel Vento") ist alles andere als das. Die neue Arbeit von "Brot und Tulpen"-Regisseur Silvio Soldini befasst sich vielmehr mit den elementaren Leidensquellen menschlichen Daseins - dem Fremdsein, der Entfremdung oder der ewigen Suche nach der großen Liebe. Als Gastarbeiter malocht Tobias (Ivan Franek) tagsüber in einer Schweizer Uhrenfabrik und verfasst nachts Gedichte von zweifelhafter Qualität ("Abend für Abend segeln zwischen den Wellen ein paar vergessene Tage davon"). Immer wieder wird das Gesicht dieses idealtypischen Dichters in Großaufnahmen gezeigt - und anschließend mit Impressionen einer herbstlich-grauen Landschaft gegengeschnitten. Als Tobias schließlich seine Liebe aus Kindertagen wiedertrifft, schwingt sich das elegische Drama endgültig zum ganz großen Schicksalskino à la Julio Medem oder Tom Tykwer auf, und was wir kaum zu denken wagten, wird zur Gewissheit: Es


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