AUFGEBLÄTTERT

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 30/03 vom 23.07.2003

Auch das kann Europa sein: wenn in Istanbul der Vater aus dem Kino kommt und plötzlich seine Zigarette so lässig wie Jean Gabin raucht. Für die mittlerweile in Berlin lebende Autorin Emine Sevgi Özdamar waren die ersten Gäste aus Westeuropa Filmstars. Im Rahmen von "Graz 2003" sind zwei Anthologien entstanden, die sich literarisch mit dem diffusen Gespenst Europa auseinander setzen. "Es liegt was in der Luft" fragt: Was ist Europa, wenn es nicht als Abstraktum betrachtet, sondern als ein konkretes Stück Welt erlebt wird? Insgesamt 13 Geschichten und Essays von Albanien bis Japan beschreiben "Die Himmel Europas" (so der Untertitel) erfreulich unsentimental (das reicht bis zu einem Aufruf, in den Untergrund zu gehen). Die in Rumänien geborene Herta Müller etwa weigert sich, den Himmel "poetisch" zu betrachten, und schreibt stattdessen darüber, wie die "Angstmacher" von damals Rumänien heute nach Europa bringen.

  Auf den ersten Blick kommt die nach Kapitel wie "Selbstgrenzen",


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