Die Poesie der Schulstunde

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 30/03 vom 23.07.2003

KUNST. Die Kunsthalle Wien zeigt einen Überblick über das Werk des belgischen Künstlers Marcel Broodthaers (1924-1976), der vergeblich versuchte, die Kunst mit Humor und Poesie zu bekämpfen. 

Zu den poetischen Momenten einer Schulzeit gehören die Filmvorführungen. Das Licht geht aus, der Projektor beginnt zu tuckern, eine sonore Stimme kommentiert die zerkratzten Aufnahmen von Murmeltieren, Amazonasflüssen oder Menschen im Polarkreis. Das Schnalzen des Filmendes bedeutet dann das jähe Erwachen aus dem Tagtraum. Das Licht geht an und das Realitätsprinzip übernimmt wieder das Kommando.

  Ein Dutzend Film- und Diaprojektoren erzeugen in der Ausstellung des belgischen Künstlers Marcel Broodthaers in der Kunsthalle Wien den Soundtrack einer poetischen Schulstunde. Zu sehen sind in den Projektionen zahlreiche altmodische Wunschbilder exotischer Sehnsucht: Stiche von Segelschiffen, Vulkanen oder Nashörnern. Dämmriges Licht strahlt von den Projektoren auf die in Vitrinen gezeigten


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