Wahrheitsschaden

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 31/03 vom 30.07.2003

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Immer wenn ein Fall weggemacht, ein Skandal weggeschönt wird, nimmt der Journalismus Schaden.

Vor ziemlich genau neun Jahren freute ich mich an dieser Stelle darüber, dass bei der Fußballweltmeisterschaft "nicht die Kreaturen des Korruptionisten-Schützers, die erweiterte Milan-Filiale des Herrn Berlusconi" siegten, sondern die Brasilianer. "Man kann viel, ja fast alles kaufen, ein Ministerpräsidentenamt zum Beispiel, aber nicht den Titel eines Fußballweltmeisters", fügte ich etwas optimistisch hinzu.

  Es ändert sich wenig in der Welt. Hans Dichand zum Beispiel führt das freie Wort, wenn man so sagen darf, in alter Frische (siehe Seite 16). Er fällt mir deswegen wieder ein, weil ich Ende Juli 1994 einen "Versuch in angewandtem Catonismus" unternahm: "Sie erinnern sich, dieser unerbittliche Römer, dessen Namen sich Hans Dichand als Pseudonym gewählt hat, pflegte seine Senatsreden, gleich welchem Thema sie gewidmet waren, mit dem Satz zu beenden: Ceterum

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