Untat und Untätigkeit

Vorwort | Doron Rabinovici | aus FALTER 31/03 vom 30.07.2003

KOMMENTAR Ein Mensch wurde niedergemacht im Rahmen einer Amtshandlung. Die Rede zur Demonstration für Cheibani Wague. 

Ein Mensch wurde niedergemacht im Rahmen einer Amtshandlung. Er wurde stillgelegt, damit er Ruhe gibt. Cheibani Wague wird Ruhe geben. Bereits als mehrere Beamte auf ihm herumstanden, rührte er sich nicht mehr. Sie standen mit Füßen, mit Schuhen auf seinem Körper, als wäre Wague nichts als ein Großwild aus dem Afrika-Dorf.

Ein Mensch wird niedergemacht. Seit mehr als einer Woche wollen Boulevard und Innenministerium uns glauben machen, Cheibani Wague wäre nur selber schuld an seinem Tod. Noch stehen medizinische Analysen aus, doch schon wurde verlautbart, er sei im Drogenrausch gewesen. Niemand habe auf ihm gestanden, behauptete die Exekutive. Nun sehen wir aber das Video, sehen Wague in seiner Ohnmacht, sehen seinen Kopf hinüberrutschen, sehen, wie sein regloser Leib von der Bahre stürzt. An den Fußfesseln wird er hochgehoben, wie eine erlegte Beute ins Auto


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