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Herrlich - für uns

Politik | E.W. | aus FALTER 31/03 vom 30.07.2003

Selbstverständlich verhungert man so auch nicht. Sicher, man könnte sich den Tag einfach besser einteilen. Aber trotzdem, ja, die Konsumentin freut sich darauf, dass die Geschäfte in Wien ab August wenigstens an einem Tag in der Woche erst um 21 Uhr schließen. Das wird herrlich! Es ist zwar ein Dreck gegen Niederösterreich, wo die Läden jeden Abend länger offen haben dürfen, aber so weit weg ist die Shopping-City ja auch nicht. Diese Aussicht begeistert die kleinen Greißler natürlich nicht, genauso wenig wie die neuen Öffnungszeiten überhaupt. Sie fürchten, noch weniger mit den großen Ketten mithalten zu können. Leider hat sich in Österreich nie die Idee durchgesetzt, dass sich die Besitzer eines Ladens so lange ins Geschäft stellen können, wie sie wollen. Und sei es, etwa neben einem Kino, bis Mitternacht. Anders schaut die Sache aus, wenn das Unternehmen Mitarbeiter beschäftigt. Für die vielen Pendlerinnen, die in den Wiener Supermärkten hackeln, wird die Organisation ihres Lebens nun noch komplizierter. Solange sie ordentliche Abend- und Überstundenzuschläge bekommen, mag das ja noch angehen. Arbeitsminister Martin Bartenstein hat aber rechtzeitig vor Inkrafttreten der Öffnungszeitennovelle einen dazupassenden Vorschlag gemacht: Die Arbeitszeiten gehörten "flexibilisiert", meint er. Das heißt: länger arbeiten, aber nicht mehr verdienen. E. W.


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