Kommentar

Salzburg ist schön, oder es setzt was!

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 31/03 vom 30.07.2003

Salzburg ist schön. So schön, dass es fast schon wehtut. Weil aber nie mehr was wehtun soll, schon gar nicht in der Kunst, die so viel für Salzburg und für die wiederum Salzburg so viel getan hat, muss man denjenigen, die seit Jahren zu den Festspielen nach Salzburg kommen, weil Salzburg so schön ist, immer wieder erklären, wie schön Salzburg ist. Also beschwor Bundespräsident Thomas Klestil in seiner Eröffnungsrede das "Rom des Nordens" als Zentrum Europas und Epizentrum einer (weitgehend) unerschütterlichen Harmonie, angesichts der selbst der Bundespräsident ins Grübeln kommt: "Auch ich kann Ihnen nicht das Geheimnis enträtseln, warum die Kirchen und Höfe ebenso mediterranes Lebensgefühl verströmen wie mitteleuropäische Gemächlichkeit."

Wer je zur Festspielsaison durch die Getreidegasse sich quetschen musste oder versucht hat, einen Platz in einem der überlaufenen Cafés zu bekommen, muss davon ausgehen, dass Kles-til von einem Potemkin'schen Dorf sprach, das irgendwo


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