STREIFENWEISE

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 31/03 vom 30.07.2003

Wo der Terminator hintritt, wächst kein Gras mehr: Nur wenige Filme wagen es kommende Woche, sich dem Ungetüm mit Faible für Manner-Schnitten in den Weg zu stellen. Soll ja auch ungesund sein. Es bleiben die Sommerkinos, deren Programm auch zur Monatswende zwischen Previews auf spätere Filmstarts, "Klassikern" des internationalen Kinos, Obskuritäten und Skurrilem pendelt. Eine mögliche Kinowoche könnte also folgendermaßen aussehen: Mittwochs um 22 Uhr zeigt das Filmcasino mit "Chingachgook, die große Schlange" (1967) ein Beispiel für den "Indianerfilm", ein skurriles Genre des DDR-Kinos, das Westernfans wie an der Kultur der DDR Interessierte gleichermaßen bedienen sollte. Donnerstags bietet das Kino unter Sternen ein Preview auf den thailändischen Festivalerfolg "Monrak Transistor" (2002), ein schönes, urbanes Melodrama, dessen musikalischer Grundgestus sich hoffentlich auf das darauf folgende Sommerfest übertragen wird. Freitags gehts im Augarten um einiges grimmiger zu: Russ Meyers nihilistischer Exploitation-Klassiker "Faster, Pussycat! Kill! Kill!" zählt zu den bösesten Filmen eines Ruevres, das leider nur allzu oft allein mit blanken Busen und kruder Gewalt assoziiert wird. Am Samstag zeigt das Filmarchiv gleich nebenan mit Peter Chans "Hongkong Love Affair" (1997) ein schönes Beispiel für den "Wendefilm" Hongkonger Prägung; Maggie Cheung spielt eine von vielen Festland-Chinesinnen, die im Hongkong der Übergabe an die Volksrepublik zwischen Hoffnung auf Wohlstand und den Tücken der Marktwirtschaft ihr Glück sucht. Um einiges weniger gepflegt gibt es zuletzt dann der Dienstag: Im Schikaneder gibt es eine Wiederholungsvorstellung des No-Budget-Wahnsinns des "Lost Film Festivals".


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