AUFGEBLÄTTERT

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 31/03 vom 30.07.2003

Bevor die publizistische Lawine zum 11. September, auf den heuer der hundertste Geburtstag von Theodor W. Adorno fällt, so richtig losbricht, werden zwei schmale Bände vorausgeschickt. Die "Eingriffe", neun zwischen 1953 und 1963 publizierte Texte, sind als einer von 15 Klassikern, mit denen die edition suhrkamp ihr vierzigjähriges Bestehen feiert, neu aufgelegt worden. Neben zwei Arbeiten zum Fernsehen, die den Degout Adornos über die Kulturindustrie nicht verleugnen können, enthalten sie unter anderem die Aufsätze "Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit" oder "Wozu noch Philosphie", in dem Adornos Position ex negativo in Auseinandersetzung mit den philosophischen "Gegnern" entwickelt wird. In "Meinung Wahn Gesellschaft" wird die Ambivalenz öffentlicher Meinung als Ressentiment und Voraussetzung von Demokratie vorgeführt und ein emphatischer Begriff von Wahrheit an permanente strikte Selbstreflexion geknüpft. Ein Sisyphosunternehmen, denn: "Gibt es wirklich kein richtiges


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