Panzer auf der Traumstraße

LITERATUR In seinem Roman "Das Handwerk des Tötens" erzählt Norbert Gstrein von den Schwierigkeiten, sich mit Worten den Gräueln des Kriegs zu nähern. 

Kultur | BERNHARD FETZ | aus FALTER 31/03 vom 30.07.2003

Unlängst war in der ARD unter dem Titel "Grüße aus Dachau" eine Dokumentation über die neben Neuschwanstein berühmteste deutsche Stadt zu sehen. Die Frage des Films lautete, wie lebt es sich in einer Stadt, die einen solchen Namen trägt. Die Dokumentation bezog ihren Witz und ihre Erkenntniskraft aus dem Kontrast zwischen der - manchmal erschreckenden - Banalität des Gegenwärtigen und der Ungeheuerlichkeit des Vergangenen. Von diesem Kontrast handelt auch Norbert Gstreins soeben erschienener Roman "Das Handwerk des Tötens". Die Frage des Romans lautet, wie Wahrnehmung konstruiert wird, wenn im Bewusstsein Namen wie "Vukovar" oder "Kosovo" auftauchen.

  Die Authentizität der medial verbreiteten Bilder des Schreckens wurde bezweifelt, ihre Instrumentalisierung für politische Zwecke angeprangert (etwa in Peter Handkes literarischen Reisen durch das ehemalige Jugoslawien), der Krieg in den Medien ist selbst publizistisches Dauerthema. Aber die Bilder und Geschichten vom Balkankrieg


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