NÜCHTERN BETRACHTET

Ich fordere besser inszeniertes Wetter!


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 31/03 vom 30.07.2003

Vor einigen Wochen besuchte ich die Inszenierung eines berühmten und beliebten, weil auch voll kontroversiellen deutschen Regisseurs, von dem ich bis dahin noch gar nix gesehen hatte. Ich muss zugeben, dass ich andernfalls auch kaum auf die Idee verfallen wäre, mir ein Stück von Tennesse Williams anzusehen, weil ich damit schon während meiner Schulzeit abgefüllt worden war und mir seitdem flapsige Floskeln wie "schwüle Südstaatendramatik" durch den Kopf rauschen. Die hoch gepriesene Inszenierung dauerte nicht unlang, war auch nicht ununterhaltsam, vor allem aber sehr nass: Andauernd wurde herumgepritschelt, in Becken gesprungen, auf feuchten Bohlen ausgerutscht, pladderte der Regen tüchtig auf die Bühne. Aha!, dachte ich mir. Nicht nur heißes Blechdach, sondern auch feuchte Bohlen. Interessant! Ich habe jetzt keine Lust, das zu überprüfen, würde aber gerne behaupten wollen, dass es bei Tennessee Williams irgendwann immer furchtbar zu regnen beginnt. Und dann würde ich auch

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