Auf nach Süden!

STADTENTWICKLUNG Schnellstraße, U-Bahn, Stadion plus Shopping- und Entertainmentwelt sind erst der Anfang: Der unberührte Süden Wiens soll verbaut werden, auch wenn in der Stadt riesige Gebiete brach liegen. Laut waren hier bisher nur die Traktoren, wenn sie durch die grüne Idylle tuckern, zwischen Feldern, Wiesen und Wäldern dahin. Rund um Rothneusiedl, im äußersten Süden Favoritens, liegt Wiens - abseits des Wienerwalds - größtes und letztes zusammenhängendes Grüngebiet diesseits der Donau. Bald soll es hier lauter und urbaner werden. Der wilde Süden wird gerade von Pionieren wie Frank Stronach erobert: Der Magna-Konzernchef und Austria-Mäzen will mitten in der tiefsten Pampa Favoritens eine Fußballarena nach amerikanischem Vorbild bauen, samt ordentlichem Shopping- und Entertainmentkomplex (Falter 28/03).

Stadtleben | JULIA ORTNER und REINHARD SEISS | aus FALTER 31/03 vom 30.07.2003

  Stronach ist nicht der Einzige, der die Entwicklung des Südraums vorantreibt. Entlang der Stadtgrenze wird schon an der lange umstrittenen Schnellstraße S1, der Transitumfahrung zur Entlastung der stauanfälligen Südosttangente (A23) gebaut. Obwohl Planungsexperten die Trasse lieber weiter hinaus verlegt hätten und jetzt schon klar ist, dass die nun stadtnahe Trasse langfristig eine dritte Umfahrung notwendig machen wird - die Entlastung der A23 durch die S1 wird wahrscheinlich nicht allzu groß sein.

  Und dann haben die Wiener Roten auch noch die alten und an sich überholten Ausbaupläne zur Südverlängerung der U1 aus den Rathausschubladen hervorgekramt. Die Prioritäten der Stadtplanung hatten sich in den Neunzigern in Richtung "Innere Stadtentwicklung" verschoben, es sollte vor allem auf ehemaligen Industrie- und Bahnhofsgeländen innerhalb der Stadt gebaut werden. Dass nun doch die U-Bahn in den Süden geführt wird, scheint für Verkehrsplaner nicht nachvollziehbar. Jedenfalls


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