TIER DER WOCHE

Ausgeschuppt

Stadtleben | PETER IWANIEWICZ | aus FALTER 31/03 vom 30.07.2003

Jetzt ist Kuno tot! Und in Mönchengladbach haben die Hundebesitzer eine Angst weniger.

Im Sommerloch 2001 geisterte die Geschichte von Kuno, dem Killer-Wels, durch die Medien. Weltweit wohlgemerkt, sogar der Sender CNN berichtete darüber. Dieser "Mörderfisch" (© Die Zeit) hatte angeblich einen Jungdackel, der zu nahe am Ufer des Mönchengladbacher Parkteichs paradierte, ins trübe Wasser gezogen und verschlungen. Eine Story, wie sie Medien und ihre Konsumenten mögen: Mord aus dem Hinterhalt, gefährliche sowie unschuldige Tiere und volkstümliches Remmidemmi. Letzteres fand wochenlang an besagtem Teichufer statt, als Anglervereine aufmarschierten, um den hinterfotzigen Hundebabykiller seiner gerechten Strafe zuzuführen. Vor dem nahe gelegenen Restaurant tummelten sich die Reisebusse, der Koch servierte "Kunos Bruder", Welsfilet in Blätterteig, und der kommunale Pressesprecher polierte für die ausländischen Medien sein bestes Englisch auf. "Yes, the catfish (Wels) ate a dog" wortwitzelte


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