VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 32/03 vom 06.08.2003

Mittsommer 1983; neben dem beherrschenden Thema des geschleiften Jugendzentrums Gassergasse hatte der Falter allerhand Kurzweil zu bieten: Erich Möchel besuchte unter dem Pseudonym "Ehrenreich Meuchel" einen politischen Heurigen, den die SP-FP Regierung in Grinzig veranstaltete, und traf Bundeskanzler Fred Sinowatz: "Ich hab mich richtig gefreut, ihm einmal persönlich die Hände schütteln zu dürfen. Leider war er auch zu den falschen Leuten allzu freundlich. Widerlingen vom Fernsehen, Unpersonen aus beiden Kanälen, Schmierfinken beider Tageszeitungen diente er dasselbe Lächeln an wie unsereinem. Ein wenig entwürdigend."   Nur ein Mann habe sich aus dem allgemeinen Anbiedern abgehoben, berichtet Möchel. Ein kleiner, untersetzter 40er, den der Autor nur den "Souverän" nennt. Vermutlich, weil er einer der wenigen ist, die Möchel sofort erkannt hat: Adabei von der Kronen Zeitung.

  Endlich ein Interview mit dem Mächtigsten der Mächtigen. Bedingung für das Gespräch: Tonband abdrehen. Adabei spricht: "Na schdöns'n aun, oder hams eh aufdraht?" - "I hobm eh aufdraht." - "Guad nades sog i da scho. Es is a gaunz a merkwürdiga Regier-... ah oda bolidischa Heiriga, deswegn wäu a gaunz a neiche Maunschaft do is. Und ma kend an Haufn von diese Leite aus aus - von diese aundan Heirigen genauso wia auis da Bolidig, nua haum sie blötzlich aundare Funkzionen, aundare Ämter und sin vüü ogkrakata ois sie sonst sin...Nua da Benya singt no imma seine Weana Liada wia friha aa." A.T.


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