Eingreifen erwünscht

Vorwort | RAIMUND LÖW | aus FALTER 32/03 vom 06.08.2003

AUSLAND. Liberias Bevölkerung fordert den Einmarsch der USA. Über die wechselhafte Geschichte humanitärer Interventionen. 

Das Magazin New Yorker hat die Tragödie Jahre später minutiös nachgezeichnet: Wieder und wieder schickte der kanadische General in den fatalen Frühjahrstagen des Jahres 1994 alarmierende Depeschen aus seinem Einsatzgebiet in Ruanda an die Zentrale nach New York. Das Oberkommando der UNO-Friedenstruppe hatte überzeugende Hinweise für die Vorbereitung eines Blutbades durch extremistische Hutu-Milizen, und er verlangte ein energisches Eingreifen der Weltorganisation. Doch New York blieb stumm. Mehr noch: Als das Morden im April 1994 tatsächlich begann und auch einige belgische UNO-Soldaten getötet wurden, beschlossen die Vereinten Nationen den Abzug der 5000 Blauhelme. Die Weltöffentlichkeit sah bei dem folgenden größten Völkermord Afrikas, der zwischen 500.000 und 800.000 Angehörigen des Volkes der Tutsi und regimekritischen Hutus das Leben kostete, tatenlos


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