Koryphäe? Kassenwart!

Vorwort | ROBERT STÖGER | aus FALTER 32/03 vom 06.08.2003

KOMMENTAR. Der Finanzminister verkauft sich immer noch als toller Ökonom. Zu Recht? 

Karl-Heinz Grasser, kurz KHG genannt, mag im Moment moralisch etwas in der Bredouille stecken, gilt aber noch immer als toller Wirtschaftspolitiker. Die Frage ist: Worauf, außer auf geschicktem Marketing, gründet dieser Ruf?

  Irgendwann gegen Ende der Siebzigerjahre durchbrach die Wirtschaftsleistung Österreichs eine magische Marke: Das ehemalige Armutschkerl, das in den Dreißigerjahren mit einem ähnlich bescheidenen wirtschaftspolitischen Ansatz wie heute regiert worden war, produzierte pro Kopf erstmals mehr als der Durchschnitt der reichsten Länder der Erde, der OECD-Staaten. Danach ging es nicht mehr immer so stürmisch aufwärts wie in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg. Aber selbst in der Ära des Finanzministers und späteren Kanzlers Viktor Klima wies Österreichs Wirtschaft noch höhere Wachstumsraten als der EU-Durchschnitt auf.

Und die angeblich horrenden Schulden der


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