DOLM DER WOCHE: Karl Schlögl

Politik | aus FALTER 32/03 vom 06.08.2003

Vergangene Woche erreichte Karl Schlögl, den ehemaligen SPÖ-Innenminister, ein Anruf im Gebirge. Ein News-Redakteur bat um ein Statement zum Tod im Afrika-Dorf. Karl Schlögl sagte: "Ich muss Innenminister Strasser den Vorwurf machen, viel zu spät gehandelt zu haben." Ratlos wirke der Innenminister, so Schlögl. Die frische Bergluft dürfte Schlögls Gedächtnis weggeblasen haben. Als im Mai 1999 der nigerianische Schubhäftling Marcus Omofuma von Beamten erstickt wurde, da bedrängte ihn die Öffentlichkeit, eine Suspendierung der Polizisten auszusprechen. Doch Schlögl blieb hart. Er ließ bei Disziplinarkommissionen intervenieren, die Beamten blieben im Dienst. Erst nach medialem Druck gab Schlögl nach. Dann stellte er sich hinter seine Spitzenbeamten, obwohl die vom Verkleben Bescheid wussten. Strasser kann man zu Recht kritisieren. Nur einer sollte jetzt ganz leise sein: der Opportunist Schlögl.


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