"Ich kriege keine Luft"

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 32/03 vom 06.08.2003

POLIZEI. Immer wieder sterben Personen, nachdem sie am Brustkorb fixiert wurden. Das Innenministerium hat sich bereits 1999, nach dem Fall Omofuma, über die Gefahren der "Fesselung in Bauchlage" informiert. Trotz Warnungen von Experten wurden keine Konsequenzen gezogen. Todesfälle in Polizeigewahrsam werden kleingeredet. 

Im Herbst des vergangenen Jahres beobachtete der Wirtschaftsexperte Martin T. in der Meidlinger Vivenotgasse eine mysteriöse Szene. Ein junger Bursche lag auf dem Boden, mindestens zwei Polizisten knieten auf seinem Oberkörper. Die Szene schien T. unnötig brutal. Der Mann am Boden, so gab T. später zu Protokoll, habe nur "geringfügig Gegenwehr" geleistet und "mehrmals im Wiener Dialekt Ich kriege keine Luft! Ich kriege keine Luft' geschrien". T. sah auch, wie sich das Gesicht des Burschen "bläulich-rot verfärbt". Danach lief er ins Sicherheitsbüro, um sich zu beschweren. "Alles rechtlich gedeckt", versicherte ihm der damalige Polizeichef Max Edelbacher.

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