Der wandelnde Exzess

Politik | aus FALTER 32/03 vom 06.08.2003

PHILOSOPHIE. Der slowenische Philosoph Slavoj Zizek ist ein Weltstar geworden, der die Geister scheidet: Der "Merkur" hält ihn für "geistig verwahrlost", der "New Yorker" fragt sich, ob er ein "Philosoph oder ein Komödiant" ist. Erkundungen über einen global operierenden Philosophie-Entertainer. 

Mit Symptomen schlägt sich Slavoj Zizek viel herum. Sie sind die geheimnisvollen Wegmarken, die etwas wirklich sichtbar machen im Meer des allzu offenkundig Sichtbaren, "im Sinne eines zweideutigen Zeichens, das auf einen verborgenen Inhalt verweist", um das mit seinen eigenen Worten zu sagen. Aber was, wenn ..., was wenn Slavoj Zizek selbst in dieser Weise ein Symptom ist? Dass der slowenische Philosoph sich "beinahe schon sagenhaften Ruhmes" erfreut, wie Jörg Lau unlängst im Merkur formulierte, sorgt für zunehmende aggressiv-nervöse Abwehr in Kreisen des soft-links-liberalen Mainstreams, und auch wohlwollendere Beobachter fragen sich, wie zuletzt Rebecca Mead in ihrem zehnseitigen Großporträt


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