Kommentar: Die Oper ist tot! Es lebe die Oper?

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 32/03 vom 06.08.2003

"Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie so verarscht worden." Ausgesprochen heftig reagierte neulich die Komponistin Olga Neuwirth in einem APA-Interview auf einen Brief des Salzburger Festspielintendanten Peter Ruzicka, in dem dieser die Komponistin darüber informiert hatte, dass er seinen Auftrag für eine neue Oper 2006 aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten des Großsponsors Alberto Vilár möglicherweise zurückziehen müsse. Da mochte Ruzicka hinterher noch so sehr besänftigen ("Von einer Absage kann keine Rede sein") - Neuwirth blieb unversöhnlich: "Für mich ist die Sache tot!"

Nun gelten wahre Opernfans nicht zu Unrecht als die Freaks unter den Musikfreunden, und wenn sie sich über das Objekt ihrer Begierde streiten, dann tun sie das gern mit einer Leidenschaft, die jener der hormongebeutelten Anhängerschaft von Teeniebands um nichts nachsteht - ohne dabei auf all die diplomatischen und medialen Tricks zu verzichten, die das Leben in einem so teuren und von vielen Seiten


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