Ehering und Fadenkreuz

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 32/03 vom 06.08.2003

FILM. Simpel, spannend, bigott: Joel Schumachers Thriller "Phone Booth". 

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn in Zeiten mobiler Kommunikation das gute alte Festnetztelefon zum zentralen Schauplatz eines Thrillers wird. "Phone Booth" (in der deutschen Synchronfassung: "Nicht auflegen") ist sich dieses Anachronismus wohl bewusst: Die Exposition, die erklären soll, warum der Yuppie-Schleimbeutel Stuart (Colin Farrell) eine New Yorker Telefonzelle betritt und einen anonymen Anruf entgegennimmt, obwohl er zwei Handys hat, ist dementsprechend dünn: Der PR-Agent im weinroten Seidenhemd pflegt täglich von derselben Zelle aus seine heimliche Geliebte anzurufen. Dass er davor - demonstrativ in Großaufnahme - seinen Ehering abnimmt, dürfte außer mir noch jemandem gehörig auf die Nerven gegangen sein: Es läutet, Stuart hebt ab, und eine sonore Männerstimme (Kiefer Sutherland) eröffnet ihm, dass ein Präzisionsgewehr auf ihn gerichtet sei und er nicht auflegen dürfe. Der Beginn


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