Peer oder weniger

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 32/03 vom 06.08.2003

SALZBURGER FESTSPIELE. Ibsen im Doppelpack: Johann Kresnik inszeniert "Peer Gynt" als oberflächliches Politspektakel, Monika Gintersdorfer geht mit der "Frau vom Meer" baden. 

Wäre Johann Kresnik nicht Pazifist, müsste man sagen: Dieser Regisseur inszeniert wie ein Kampfbomber. Auf der Perner-Insel in Hallein, wo Kresnik jetzt Henrik Ibsens "Peer Gynt" auf die Bühne brachte, fallen die Regieeinfälle wie Geschosse vom Himmel: Im Lauf des Abends regnet es aus dem Schnürboden Siebenmeilenstiefel, Schlauchboote und Red-Bull-Dosen.

  Seit Jürgen Flimm bei den Salzburger Festspielen die Leitung des Schauspielprogramms übernommen hat, regiert auf der Perner-Insel das Tanztheater. Nachdem voriges Jahr zwei Arbeiten des Choreographie-Schöngeists Joachim Schlömer zu sehen waren, durfte mit Johann Kresnik heuer der wilde Mann des deutschen Tanztheaters ran. Der heute 63-jährige Kärntner schrieb mit seinem "choreographischen Theater" in Heidelberg, Bremen und Berlin Tanzgeschichte; mit


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