AUFGEBLÄTTERT

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 32/03 vom 06.08.2003

Und sei so gut, schick mir meine ,Nase'. Ich brauche Sie jetzt dringend." So schrieb Nicolaj Gogol am 18. Jänner 1836 an seinen Freund, den Literaturhistoriker M.P. Pogodin. Gogol hatte seine berühmte Novelle über die spontane Verselbstständigung des titelgebenden Körperteils bereits 1833/1834 in einer ersten Fassung ausgearbeitet und im März 1835 an den Moskovskij nabljudatel geschickt, der sie allerdings aufgrund ihrer angeblichen "Banalität und Trivialität" ablehnte. "Die Nase" erschien dann - nach einem chirurgischen Eingriff der Zensur - 1836 in der Zeitschrift Sovremennik des um zehn Jahre älteren Kollegen und Förderers Aleksandr Puskin, dessen Briefwechsel mit Gogol - ergänzt um weitere Dokumente dieser etwas ungleichen Freundschaft - in dem von dem Übersetzer Peter Urban kompilierten Band "Gogols Petersburger Jahre" veröffentlicht ist (der kürzeste der insgesamt vier Briefe Puskins an Gogol ist schnell zitiert: "Sie haben Recht - ich werde mich drum kümmern. Auf Wiedersehn").


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