KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 32/03 vom 06.08.2003

Die neue Filminstallation "Western Recording" von Mathias Poledna im Museum moderner Kunst (bis 24.8.) führt in ein seit den Sechzigerjahren bestehendes Tonstudio in Los Angeles, das auch heute noch so aussieht wie damals, als die Beach Boys dort ihre berühmten "Pet Sounds Sessions" abhielten. Den jungen Mann mit Schlaghosen lässt der in L.A. lebende Wiener Künstler in seiner pophistorischen Rekonstruktion jedoch keinen Ohrwurm wie "Wouldn't It Be Nice" intonieren, sondern den nostalgischen, 1969 von Harry Nilsson eingespielten Song "City Life". Wir sehen, wie der Sänger mit Kopfhörern vor dem Mikro steht, auf seinen Einsatz wartet und zu der für den Betrachter unhörbaren Instrumentalbegleitung singt. Die Aufnahme findet ihre Vollendung im Kontrollraum, in dem die vorher eingespielte Orchestermusik und die Stimme zusammenkommen. Poledna betont die Prozesse der Wiederholung und des Wartens im scheinbar so unmittelbaren Produkt Pop zusätzlich, indem er denselben Filmloop in zwei


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