Eh mobil

Stadtleben | THOMAS PRLIC | aus FALTER 32/03 vom 06.08.2003

VERKEHR. Elektroroller boomen - dabei sind viele Modelle gar nicht straßentauglich.

Walter Kragler kennt sich aus mit Elektrorollern. Stundenlang kann er über Gesetze, EU-Richtlinien und Behörden, mit denen er sich im Lauf seines Geschäftslebens herumgeschlagen hat, referieren. Mitte der Neunziger brachte der Chef des Funproducts-Ladens einen Gesetzesantrag für E-Roller ein. Seither gelten die strombetriebenen Scooter mit einer Höchstgeschwindigkeit von zwanzig km/h im Straßenverkehr als Fahrräder.

1993 brachte Kragler den ersten E-Roller in Österreich auf den Markt - den Twip. Jetzt sind überall asiatische Scooter erhältlich, und sorgen für einen kleinen Boom: Nicht nur Sportgeschäfte, auch Bau- und Blumenmärkte bieten Elektroroller an. Viele der Gefährte, meint Kragler, seien allerdings gar nicht straßentauglich. Denn seit Anfang Juli die neue Fahrradrichtlinie in Kraft ist, müssen auch die E-Roller vorne und hinten Lichter und Reflektoren, Seitenstrahler und zwei unabhängige Bremsen haben - was viele Modelle nicht erfüllen. Und auf dem Gehsteig darf man mit den E-Scootern sowieso nicht fahren. Außerdem seien die asiatischen Produkte nicht auf größere und schwerere europäische Benutzer ausgelegt: "350 bis 400 Watt Motorleistung bewegen neunzig Kilogramm etwa zwanzig Kilometer weit. Alles darunter ist nicht für Erwachsene geeignet", sagt Kragler. Einige Geschäfte (siehe Kasten) bieten auch für heimische Verhältnisse brauchbare Rollertypen an. Kragler selbst sind die gängigen Alternativmodelle allerdings nicht gut genug. Er hat sich auf einen neuen spanischen Roller mit Tretern spezialisiert, der auch gut gebaute Wiener 45 Kilometer weit befördern kann: Der "Koolgachet" ist klappbar, auch für die Straße gerüstet, kostet immerhin 999 Euro - schafft dafür aber auch bis zu 120 Kilo Körpergewicht.

Funproducts, 8., Lerchenfelder Str. 46, Tel. 710 88 10, www.funproducts.at


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