TIER DER WOCHE: Ersprochenes

Stadtleben | PETER IWANIEWICZ | aus FALTER 32/03 vom 06.08.2003

Urlaubszeit ist Reisezeit. Und damit auch jener Abschnitt im Jahr, wo man sich trotz aller Bemühungen der Gastgeberländer, Deutsch zu sprechen, mit deren oftmals unverständlicher Muttersprache konfrontiert sieht (auch wenn das Verbum in diesem Fall eigentlich "hört" heißen müsste). Aber wie lange noch? Fragte sich nicht einst Cicero, sondern jüngst William Sutherland, Sprachwissenschaftler an der University of East Anglia. Dieser publiziert in dem renommierten Wissenschaftsmagazin Nature die These, dass Sprachen stärker vom Aussterben bedroht seien als Tiere. Er berechnete den Gefährdungsgrad der circa 7000 weltweit bekannten Sprachen mit den gleichen Methoden, die auch bei der Erstellung von roten Listen angewandt werden. Demnach sind 4,5 Prozent der Sprachen bereits ausgestorben und 27,2 Prozent bedroht oder gefährdet. Bei den Vogelarten wären bloß 1,3 Prozent verschwunden und 13,1 potenzielle Aussterbekandidaten. Ein seltsamer Vergleich, denn während es relativ einfach ist,


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