Geronnene Milch

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 33/03 vom 13.08.2003

RASSISMUS. Drei Linzer Richter finden, dass es nicht die Menschenwürde verletzt, wenn ein Polizist zu einem Afrikaner "Scheißneger" sagt. Nun protestiert die Präsidentin der Richtervereinigung. 

Der Polizist hätte ihm "das Recht auf Menschsein schlechthin absprechen" müssen. Oder ihn als "Untermenschen" und "minderwertig geltendes Tier" bezeichnen sollen. Dann hätte sich der Linzer Richtersenat vielleicht dazu durchgerungen, eine Strafe auszusprechen. Doch der Revierinspektor aus Linz hat bei der Verkehrskontrolle eben nur "Scheißneger" gesagt. Und diese Worte, so hält nun ein Beschluss des Landesgerichts Linz fest, verletzen - etwa im Gegensatz zum Wunsch, "einen anderen zu vergasen oder zu vertilgen" - "nicht die Menschenwürde als solche". Daher Freispruch für den Polizisten. Da kann sich die Staatsanwaltschaft noch so bemühen: Von Amts wegen könne man die Beschimpfung des afrikanischen Flüchtlings Sedou Nhumba T. nicht verfolgen. Der Afrikaner solle sich lieber durch "Erhebung


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