"Lichter": Rhapsodie in Film

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 33/03 vom 13.08.2003

Haben Sie gut geschlafen?" Simone, vorn und hinten eine Matratze der Firma König umgeschnallt, jobbt für einen Matratzen-Discounter in Frankfurt an der Oder. Nicht von ungefähr erinnert ihre Aufmachung an ein berühmtes Bild aus der Zeit der Weimarer Republik, den "Sandwichmann" von George Grosz. Wie damals grassiert in Deutschland heute wieder die Arbeitslosigkeit. Und dem Ingo, der sich diese Werbeaktion hat einfallen lassen, haben sie schon vor einem Monat den Strom abgestellt.

  Vom anderen Ufer der Oder, dem polnischen Slubice, aus betrachtet, sieht es in Deutschland noch besser aus. Ein paar Flüchtlinge aus der Ukraine hoffen auf baldige Gelegenheit zum illegalen Grenzübertritt. Mitja, seine Frau und ihr Baby vertrauen sich Antoni an, dem Taxifahrer, der selbst gerade verzweifelt dem Geld für das Kommunionskleid seiner Tochter hinterherfährt. Kolja wiederum, der es durch den Fluss versucht hat, wird auf der anderen Seite aufgegriffen und nachts zum Verhör gebracht, wo Sonja,


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