Flower-Power in der Tundra

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 33/03 vom 13.08.2003

LITERATUR / Kunstgeschichte. Zwei Bücher über Kommunen der Siebzigerjahre: T.C. Boyles Schilderung der fiktiven "Drop City" fällt im Vergleich zu den von Robert Fleck recherchierten Tatsachen über die Mühl-Kommune recht harmlos aus. 

"Hier und da auf der öden blinden Heide schlug sich ein menschlich freies Walten, wie ein schönes Auge auf."

Adalbert Stifter: "Brigitta" (1843)

Zwei Ausstellungen stören gegenwärtig die leise Historisierung der Revolten rund um das Jahr 1968: die geplante Schau über die Geschichte der Roten Armee Fraktion (RAF) in den Berliner Kunst-Werken und die für Herbst im MAK geplante Ausstellung über den Wiener Aktionisten Otto Mühl, die ehemalige Kommunarden auf den Plan rief. Sie wollen ihre Beteiligung an dem von Mühl geleiteten gesellschaftlichen Experiment nicht auf Ausstellungsfotos dokumentiert sehen. Die RAF mit ihren drastischen Mitteln im politischen Kampf; Mühls Kommune mit der Pervertierung des Konzepts einer psychischen Befreiung des Individuums:


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