KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 33/03 vom 13.08.2003

Als Adoptivsohn eines amerikanischen Millionärs verfügte William N. Copley zwar über viel Geld, aber über wenig künstlerisches Talent. Ende der Vierzigerjahre entdeckte der autodidaktische Maler, dem die Bawag Foundation nun eine Ausstellung widmet (bis 7.9.), seine Liebe zum Surrealismus und eröffnete in Beverly Hills eine Galerie, wo er René Magritte, Max Ernst, Man Ray und andere ohne Verkaufserfolg ausstellte. Der Fan und Mäzen mit einer gehörigen Portion Selbstironie fand im Paris der Fünfzigerjahre leicht Anschluss an die aus der Mode gekommenen Surrealisten. Seine besten Arbeiten stammen aus dieser Zeit. Kein Bild ohne Nackte: CPLY, wie Copley signierte, blieb zeitlebens einem comichaften Stil und vordergründigem Erotizismus treu. Das wären eigentlich keine schlechten Ausgangspunkte; die Ergebnisse langweilen trotzdem sehr schnell, und mit Robert Crumb, dessen subversive Underground-Comics als Referenz in einer Vitrine der Schau zu sehen sind, trifft sich Copley weniger im zeichnerischen Können als in der frauenfeindlichen Tendenz.

  In der Schleifmühlgasse 17 ist der winzige Kunstraum ART A.T.O.M. zu finden, den normalerweise Studierende der Klasse Muntean/Rosenblum bespielen. Bis Ende September werden dort in drei Ausstellungen Studentenarbeiten der Akademie der bildenden Künste gezeigt, die die Kuratoren Michaela Gugeler und Thomas Trummer ausgewählt haben. Die erste Tranche widmet sich unter dem Titel "Fold in - Fold out" (bis 17.8.) Arbeiten zum Thema Raum, danach folgen "Styling - Oberflächenbearbeitung" (21.8. bis 31.8.) und "Elements of Figuration" (12.9. bis 21.9.).


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