Stadtrand: Kipferl im Gesicht

Stadtleben | aus FALTER 33/03 vom 13.08.2003

Der Herr Ströck ist ein lustiger Mensch. Darum hat der Bäcker aus der Donaustadt auch das einzig Richtige getan, um erstens das viel besungene Sommerloch zu stopfen, zweitens etwas gegen die unsägliche Plastikpferdeaktion "Lipizzaner Art" zu unternehmen und drittens gleichzeitig noch für seine Großbäckerei ein bisschen Reklame zu machen. Robert Ströck hat nämlich dem Plastiklipizzaner vor seiner Brotfiliale am Schwedenplatz einen Verbau aus knallgelben Schalungsbrettern verpasst und "Festspiele" draufgeschrieben. Aus der gelben Umzäunung tönte dann ein paar Tage lang rhythmisches Wiehern, oberhalb der Bretter war ein dünner Wasserstrahl zu sehen. Woran soll uns das alles erinnern? Genau, an die Art, wie man in Salzburg Sommerlöcher stopft. Mit Einhausen von Skulpturen, die Ortsansässige anstößig finden. Schade nur, dass die Einhausung in Wien gerade umgekehrt funktionierte: Passanten fanden die gelbe Kiste anstößig, schimpften, und die Bezirksvorstehung forderte den Abbau. Immerhin einigte man sich schließlich ohne Anwälte und Klagen. Und der Herr Ströck grinst, als habe er ein Kipferl im Gesicht. Eigentlich verdient der Mann einen Orden. Würden nur mehr Leute die 200 hässlichen Plastiklipizzaner einhausen. Die müssen nämlich, äh, weg! C. W.


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