Fragen Sie Frau Andrea: Horny

Stadtleben | aus FALTER 33/03 vom 13.08.2003

Liebe Frau Andrea,

auf dem Heimweg von meinem Lieblingsnachtcafé komme ich immer an einem Musikinstrumentegeschäft vorbei. Und jedes Mal fällt es mir aufs Neue auf: Elektrische Gitarren (die ja im Gegensatz zu akustischen Gitarren) jede Form haben könnten, haben alle Hörner. Ausnahmslos. Das ist doch sicher kein Zufall. Steckt da der Teufel dahinter?

Liebe Grüße,

Florian, Zach, Alsergrund

Lieber Georg,

wenige Dinge sind so satansfrei wie dieses Phänomen. Der Teufel steckt hier nicht einmal im Detail. Moderne Stromgitarren haben alle Hörner, aber sie haben das aus ganz profanen Gründen. Das untere Horn (bei rechtshändigen Gitarren ist das im gespielten Zustand das untere) ist meist kleiner und kürzer. Es entsteht durch die halbkreisförmige Aussparung (im Englischen cutaway genannt), die bei modernen Gitarren das Spiel auf den oberen Lagen erleichtern soll. Der berühmte Gitarrist Les Paul hat es bei der nach ihm benannten legendären Gibson Les Paul eingeführt. Das obere, linke Horn hat indes ganz andere Gründe. Es ist tatsächlich ein Horn, an seiner Spitze sitzt stets ein kleiner Knopf, mit dem man die Gitarre in den Gurt hängen kann. Dieses Horn gab es zum ersten Mal bei der legendären Fender Stratocaster. Wiewohl sich der Teufel gerne in den Texten und Bühnenshows diverser Metall-, Schwermetall-, Gotik- und anderer Stromgitarrencombos versteckt, stammen die Hörner an den Gitarren aus der Zeit der Schwiegersohnkapellen. Das war alles lange vor Ozzy Osbourne.

Wenn auch Sie vor ungelösten Problemen stehen, elektromailen Sie Frau Andrea: dusl@falter.at


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