High Noon im Park

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 33/03 vom 13.08.2003

PARK. Wer in den Stadtpark kommt, ist auf der Suche nach Strauß, Kinderspaß, einem ruhigen Plätzchen zum Kuscheln oder Erholung. Oder nach Drogen. Seit bei einem Polizeieinsatz ein Mann ums Leben kam, sind die Parkbesucher verunsichert. Ist der Stadtpark ein "Park der Angst"? 

Die pure Idylle am Morgen: Vögel plärren wie blöd, Männer und Frauen in Grün fahren emsig mit ihren Minitraktoren und E-Mobilen umher. Mistkübel werden geleert, Bewässerungsanlangen aufgebaut, deren rythmisches Geräusch alsbald einsetzt: "Tacktacktack" tönt es monoton und irgendwie beruhigend. Solange die Rasensprenger singen, ist die Welt in Ordnung im Stadtpark, Wiens ältester und schönster Gartenanlage. Gepflegte Blumenrabatten, saftig grüne Bäume. Joggende Frühaufsteher, Wiener und sportliche Gäste eleganter Ringstraßen-Hotels. Erste Touristen auf der Suche nach Strauß dem Sohn. Doch die morgendliche Idylle ist trügerisch, der Park hat auch seine düsteren Seiten. Es heißt, dass Dealer und

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