StadtMensch

Stadtleben | aus FALTER 33/03 vom 13.08.2003

Unerschütterlich ist die Frau, jeden Zweifel an ihrer Tätigkeit kontert sie mit dem Satz: "Ich bügle einfach wahnsinnig gern." Maria Semmler, 42, ist die "Bügelfee". Semmler, einst als Sekretärin angestellt, 25 Jahre lang, dann wegrationalisiert, ist keine wuchtige Matrone, die Textil mit glühendem Eisen malträtiert. Bügeln à la Semmler heißt: sich mühsam einen Gewerbeschein erstreiten, die Wäsche mit Lindenblüten- oder geweihtem Wasser behandeln, im Geschäft in der Ungargasse 15, oder während des Wäscheabholservice ausgiebig mit der Kundschaft plaudern. Es bedeutet auch, oft "kuschelweich" und "wahnsinnig liebe Leute kommen im mein Geschäft" zu sagen, selbst die Putzlappen zu plätten und ein Kilo Hemden, vier bis fünf Stück, für 6,20 Euro in rund einer Viertelstunde perfekt hinzubekommen; zu guter Letzt bedeutet es aber irgendwie auch, in einem etwas kuriosen "Bügelfeemärchen" zu leben. Infos: www.buegelfee.at Wo. P./


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