Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | A.T. | aus FALTER 34/03 vom 20.08.2003

Soviel lässt sich sagen: Auch vor zwanzig Jahren war es heiß. "Oh diese Hitze!" seufzte die Einleitung zum Falter-Sommer-Service in drei Sprachen ("Oh questo caldo!" "Oh, the heat!") und fragte einigermaßen verzweifelt: "Was bleibt einem zu tun in dieser glutheißen Stadt? Das Haus nicht zu verlassen und bewegungslos dahindämmern bei Eistee und Melone?" Da werden sich die strangers und straniere bedankt haben! Aber sie bekamen auch einen heißen Tipp.

  "Entlang des linken Donauaufers eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten, einen Sommertag auszufüllen. Der eine Weg führt auf die Donauinsel, einen Damm von 22 km Länge und 200 m Breite, der als städtisches Großprojekt ab 1977 zwischen Donau und abgeleitetem ,Entlastungsgerinne' errichtet wurde."

  Ich habe auch nachgeschaut. Entlastungsgerinne wurde auf englisch gar nicht schlecht übersetzt mit "special flood channel" , während das Italienische mit "il secondo letto del fiume" schwindelte. "Im jetzigen Entwicklungsstadium", erfuhren die Besucher, "ist die Donauinsel teils noch Bauwüste (in der Mitte), teils schon Ferienparadies (im Norden und im Süden) mit expandierendem Freizeit-Betrieb: Radverleih, Badestrände (auch FKK), Taucherstation, Bootsverleih, Restaurationen, Wasserschilift."

  Sonst fiel in dieser Ausgabe vor allem ein üppiger Sommer-Literaturteil auf, mit Originalbeiträgen von Elfriede Gerstl, Herbert J. Wimmer, Ursula Baatz und Kathi Riese. Und einem unglaublich kenntnisreichen Bericht von Erich Möchel über "Griechische Volksmusik in den Städten". Da schwirrte einem der Kopf, vor lauter Chassápiko und Chassapisérviko, Sebékiko und Rebetiko, "dem kleinen einfachen Lied, das von kleinen einfachen Leuten gesungen wird". In Griechenland, wo es immer heiß ist. Sehr heiß.


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