FERNSEHEN

Medien | Gerald John | aus FALTER 34/03 vom 20.08.2003

"Wir wollen das kurz erklären", rang ORF-Reporter Rainer Pariasek im "Sport am Sonntag" um die passenden Worte: "Es hat Stimmen gegeben bei Rapid, dass ein Bundesligaangestellter pfeift die Partie eines Vereins, wo der Bundesligapräsident sehr engagiert ist. Also so ungefähr, damit sich die Zuschauer auskennen." Damit auch die Falter-Leser durchblicken: Die "Stimmen bei Rapid" heißen Josef Hickersberger und saßen Pariasek gegenüber. Der "Bundesligaangestellte" ist der Schiedsrichter Fritz Stuchlik, der das Spiel zwischen Rapid und Austria leitete. Den "Bundesligapräsidenten" kennt man als Frank Stronach, der auch die Austria sponsert. Einfach zu erklären - außer man traut sich wie Pariasek nicht, das Wort "Stronach" auszusprechen. Mögliche Erklärungen: Erstens - bei jedem kritischem Thema fängt Pariasek automatisch zu stammeln an, was seit dem Ende von Sigi Bergmanns "Sport am Montag" unter Sportreportern eine lange Tradition hat. Zweitens: Sportchef Elmar Oberhauser stand in Pariaseks Blickfeld und schnitt ihm mit eindeutiger Geste das Wort ab, weil der ORF mit Stronach einen Wettkanal plant. Drittens - Auch die Fußballkommentatoren haben das erste Gebot der Stronach'schen Bundesliga verinnerlicht: Du sollst den Namen des Herren nicht achtlos aussprechen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige