"Ist echt trist hier"

Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 34/03 vom 20.08.2003

MUSIK Szenen einer Krise: Die Branchenmesse Popkomm in Köln präsentierte sich als Kirtag der Nichtigkeiten, bei dem die Musikindustrie ihre großen Probleme verdrängte. 

Schon die Eröffnung der Kölner Musikmesse Popkomm lieferte die erste Szene mit Symbolwert. So brachte nicht etwa der flotte junge Universal-Chef Tim Renner, nicht Viva-Boss und Popkomm-Ausrichter Dieter Gorny (der seine wegweisende Marketingrhetorik nur unzureichend auf die schlechten Zeiten umgestellt hat und von einer "ungeheuer spannenden Krise" sprach) und auch kein anderer Vertreter der von Umsatzrückgängen gebeutelten Tonträgerindustrie deren Misere klar zum Ausdruck, sondern ausgerechnet ein Politiker.

  Unverblümt attestierte Wolfgang Clement (SPD), Deutschlands Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, der Branche in seiner Eröffnungsrede "Versäumnisse beim Künstleraufbau" sowie "mangelnde künstlerische Vielfalt" und kritisierte, dass auf technische Entwicklungen - Stichwort: MP3 - viel zu spät

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