OHREN AUF!

Alto Madness

Kultur | aus FALTER 34/03 vom 20.08.2003

OHREN AUF!

Alto Madness

Das Tenor-Saxophon ist die instrumentale Ikone des Jazz, aber was Charisma und Innovationskraft anbelangt, steht das Alt-Saxophon (man denke an Charlie Parker, Ornette Coleman, John Zorn ...) auch nicht gerade schlecht dar. Lee Konitz mag keinen Paradigmenwechsel ausgelöst haben, aber er war an der Ausformulierung dessen, was als Cool- oder West-Coast-Jazz in die Geschichte eingegangen ist, federführend beteiligt und ist heute mit 75 Jahren einer der letzten Giganten des Jazz. Als Improvisator von Gottes Gnaden konnte es sich Konitz auch leisten, immer wieder auf die gleichen Standards zurückzugreifen und sich 1961 locker mit dem Bassisten Sonny Dallas und dem Schlagzeuger Elvin Jones zusammenzusetzen und das Album "Motian" (Verve/Universal) einzuspielen. Konitz, ein Meister apollinischer Abstraktion, entfacht darauf einmal mehr sein kühles Feuer und nimmt die bekannten Stücke mit der Eleganz eines routinierten Automechanikers auseinander, um nach gut sieben Minuten


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