Stadtrand

Fleisch-Mops

Stadtleben | aus FALTER 34/03 vom 20.08.2003

Was begann schon zu stinken wie alter Fisch, bevor es überhaupt richtig angekommen ist? Richtig: die Flash-Mobs. Offiziell hat es in Wien bereits mehr als zehn solcher spontanen und sinnfreien Menschenaufläufe gegeben, inoffiziell ja noch viel, viel mehr. Von wegen "Zurückeroberung der Straße" und "einfach nur Blödsinn machen dürfen": Angekündigte Revolutionen finden halt nicht statt. Größtenteils wurden die Flash-Mobs ja nur noch für Fernsehkameras und Pressefritzen inszeniert, damit die etwas haben zum Berichterstatten. Schon bald werden schlaue Werber die Flasherei für sich entdeckt haben. Wenn ein paar Dummies vor dem ATV+-Gebäude das Sendermaskottchen geben und auf allen Vieren kläffen, dann kann man sagen, dass der Spaß mit der Subversion auch schon wieder gegessen ist. Womöglich wurde der erste Wiener Flash-Mob in einem Modegeschäft ja auch nur von hippen Werbern ausgedacht - immerhin schaffte es die Gil-Fashionarea auf diese Weise sogar in deutsche Fernsehnachrichten. Obwohl: So schreckhaft wie die Verkäuferinnen in dem TV-Beitrag angesichts der Massen in dem Shop reagierten, kann das alles nicht geplant gewesen sein. Auf alle Fälle gibt es Fleisch-Mops jetzt im Schlussverkauf! Wo? In der Flasherei natürlich. C. W.


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