Bomben aus Bagdad

PATRIK VOLF | Vorwort | aus FALTER 35/03 vom 27.08.2003

KOMMENTAR 

Im Irak bleibt einer unpopulären internationalen Gemeinschaft nur eine Strategie: dem Land die Souveränität zu geben. Die Zeitenfolge ist aus den Fugen geraten. Die Toten der Gegenwart müssen die Ignoranten der Vergangenheit entlarven - 23 tote Zivilisten, UN-Mitarbeiter, darunter ihr profiliertester Menschenrechtsaktivist Sergio Vieira de Mello. Ein weiterer Absatz in diesem Krieg der umgekehrten Zeitenfolge, der sich seit Anbeginn durch die Vertauschung von vorher und nachher auszeichnet - erst Beschluss, dann Gefahr im Verzug; erst Ideologie, dann Politik; erst Spin, dann Intelligence; erst Unilateralismus, dann Internationalismus; erst Kriegsende, dann Krieg. Nun droht der dritte Golfkrieg in seine finale Verkehrung zu driften: erst Sieg, dann Niederlage.

  Den letzten Zeitsprung unternahm US-Irak-Administrator Paul Bremer, als er in der Folge des Bombenanschlags auf das UN-Hauptquartier in Bagdad meinte, nun sei es unglücklicherweise so, dass der Irak eines der Schlachtfelder

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